Wenn in wenigen Wochen die Sommerferien beginnen, dann liegt hinter den Kindern und Jugendlichen ein Schuljahr, das es in sich hatte. Homeschooling, Wechselunterricht, Maske tragen in der Schule, ausgefallene Klassenfahrten, keine Abschlussfeiern im großen Stil und den persönlichen Kontakt untereinander bitte auf das Nötigste beschränken: Corona hat auch hier leider starke Spuren hinterlassen.

Um den Schülerinnen und Schülern dabei zu helfen, zurück zu alter Unbeschwertheit zu finden, aber auch dabei, entstandene Lernrückstände aufzuholen, haben der Bund und das Land Hessen entsprechende Aufholprogramme auf den Weg gebracht. Das „Aktionsprogramm Aufholen nach Corona“ des Bundes umfasst insgesamt 2 Milliarden Euro; davon fließen rund 100 Millionen Euro nach Hessen. Das Geld soll für den Abbau von Lernrückständen, die außerschulische Jugendarbeit und Jugendfreizeiten sowie zusätzliche Sozialarbeit an Schulen verwendet werden.

„Löwenstark – Der Bildungskick“ ist das entsprechende Landesförderprogramm überschrieben, für das die CDU-geführte Landesregierung 60 Millionen Euro aus dem Sondervermögen des Landes zur Bewältigung der Corona-Krise zur Verfügung stellt. Das Programm sieht u.a. Förderkurse, individuelle Lernbegleitung im Unterricht, Hausaufgabenbetreuung, Online-Nachhilfe, Lerncamps, Angebote der kulturellen Bildung, Bewegungsangebote wie zum Beispiel Schwimmkurse, aber auch sozialpädagogische und psychologische Unterstützung vor.

Dabei setzt die Landesregierung auf ein breites Netzwerk: „Löwenstark“ wird von Abiturienten, Studierenden, pensionierten Lehrkräften, Lesepaten, Stipendiaten, Fachpersonal der Stiftungen, Vereinen und Bildungsträgern sowie ehrenamtlich engagierten Bürgerinnen und Bürgern unterstützt. So beteiligen sich z.B. auch die HeraeusBildungsstiftung und der Landessportbund an dem Programm.

Denn so unterschiedlich wie die Bedürfnisse der Schülerinnen und Schüler sind, so verschieden können auch die genutzten Angebote sein. Ob ein Schwimmbadbesuch, ein Tag im Museum oder Mathe-Nachhilfe – die Möglichkeiten sind breit gefächert. Das Aufholen von Lernstoff ist dabei ein zentraler Bestandteil, mindestens ebenso wichtig ist es allerdings, die entstandenen physischen, psychischen und sozialen Defizite wieder auszugleichen. Schließlich sind Schulen nicht nur ein Ort des Lernens; auch ein Großteil der sozialen Kontakte findet hier statt. Den Schülerinnen und Schülern haben in den vergangenen Monaten eben nicht nur das Lernen im Klassenverband und das Zusammensein gefehlt, sondern auch Freizeit- und Sportangebote; all das, was das Leben von jungen Menschen ausmacht. Es ist gut, dass Bund und Land hier Geld in die Hand nehmen, um Kindern und Jugendlichen dabei zu helfen, in einen neuen Alltag nach Corona zurückzukehren – und dabei nicht nur nach der Leistung, sondern auch nach dem sozialen Miteinander schauen.

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