Am letzten Samstag haben wir mit dem „Nationalen Gedenktag für die Opfer von Flucht und Vertreibung“ an das Schicksal der deutschen Heimatvertriebenen nach dem Zweiten Weltkrieg erinnert. Millionen Deutsche mussten aufgrund von Flucht, Vertreibung, Deportation und Zwangsumsiedlung ihre Heimat verlassen. Auch 75 Jahre nach Kriegsende sind dieser Verlust und die traumatischen Erlebnisse vor und während der Vertreibung für viele Betroffenen noch immer mit schlimmen Erinnerungen verbunden. 

Für viele hessischen Familien ist das damals Erlebte Teil der eigenen Familiengeschichte geworden. Rund eine Million Menschen – darunter 400.000 Sudetendeutsche, 200.000 Schlesier und 100.000 Ostpreußen – haben in Hessen nach 1945 neue Wurzeln geschlagen, Familien gegründet, ein Zuhause gefunden. Als Sprecher für Heimatvertriebene der CDU-Landtagsfraktion möchte ich dazu beitragen, dass ihre Geschichten nicht in Vergessenheit geraten. 

Die Vertriebenen von damals haben nach dem Zweiten Weltkrieg mitgeholfen, unser Land wiederaufzubauen und sich selbst eine neue Heimat zu schaffen. Das war nicht immer einfach, viele mussten gegen Vorurteile kämpfen und wurden längst nicht überall mit offenen Armen empfangen. Mit viel Willenskraft, Einsatz und großem gesellschaftlichen Zusammenhalt ist es dennoch gelungen, gemeinsam eine Erfolgsgeschichte zu schreiben. Und so leistet das Gedenken an das Geschehen von damals in einer freiheitlich-demokratischen Demokratie auch einen wichtigen Beitrag gegen die Hetze der Demagogen und Populisten von heute. Denn die Geschichte der Heimatvertriebenen zeigt auch, dass ein Neuanfang möglich ist, wenn es gelingt, mit dem Willen zur Versöhnung Brücken zu bauen. Das vereinte Europa ist ein Symbol dafür, dass Frieden möglich ist.

 

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