Max Schad auf Sommerreise mit Arbeitskreis Soziales

Fachkräftemangel wird angepackt

  • Generalistische Pflegeausbildung birgt Chancen neue Kräfte zu gewinnen
  • Praxisorientierte Ausbildung von Erzieherinnen und Erziehern (PiA) sollte ausgebaut werden – Positive Erfahrungen mit dem Erfolgsmodell
  • Fachkräftemangel – Hauptproblem, dass Hessen anpackt

Im Rahmen der jährlichen Sommerbereisung besuchte der Arbeitskreis Soziales und Integration der CDU-Landtagsfraktion die Region rund um die Städte Offenbach und Hanau, um sich vor Ort über aktuelle sozialpolitische Themen zu informieren. Nach Abschluss der Reise sagte die zuständige sozialpolitische Sprecherin der CDU-Fraktion, Claudia Ravensburg:

„Der Fachkräftemangel in den Pflege- und Gesundheitsberufen sowie bei den Erzieherinnen und Erziehern bekämpfen wir mit einem Paket an Maßnahmen. Die Hessische Landesregierung ist bereits sehr aktiv und unterstützt den Pflege- und Gesundheitsbereich mit einer Vielzahl von Fachkräfteinitativen, z.B. dem Projekt „Sozialwirtschaft integriert“ und dem Ausbildungs- und Qualifizierungsbudget und setzt damit einen deutlichen Handlungsschwerpunkt in der durch Fachkräftemangel gekennzeichneten Pflege. Die Erfahrungsberichte der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sind wichtige Impulsgeber für unsere politischen Entscheidungen. In diesem Jahr haben wir deshalb vorrangig Einrichtungen aus dem Gesundheits- und Pflegesektor sowie der Kinderbetreuung besucht.

Die erste Station der Reise führte uns zu der Asklepios Psychiatrie Langen GmbH in Langen. Das Haus gehört zum Asklepios Konzern, einem familiengeführten Unternehmen und verfügt in Langen über 112 Betten sowie 25 Plätze in der Tagesklinik. Vorrangiges Interesse der Abgeordneten galt hier der modernen Gestaltung der Klinikbereiche, die auch mit Fördermitteln des Landes Hessen ermöglicht wurde. Die Abgeordneten konnten sich davon überzeugen, dass gerade im Bereich der Psychiatrie schöne und angenehme Räumlichkeiten ein nicht zu unterschätzender Bestandteil der Behandlungsqualität sind. Sie sind die Basis dafür, dass die Patientinnen und Patienten wieder Stabilität gewinnen und ihren Lebensalltag eigenständig bewältigen können. Der Geschäftsführer der Klinik, Philipp Heistermann, schilderte die Planungen des bevorstehenden Umbaus der gerontopsychiatrischen Station sowie der Akut- und Suchtstation, mit welchen eine Anpassung an die aktuellen Anforderungen einhergeht.

Im Anschluss besuchten wir Heusenstamm, die Heimatstadt des Abgeordneten Ismail Tipi. Er freute sich im Besonderen darüber, der Gruppe die Kindertageseinrichtung „Die Schlosszwerge e.V.“ vorstellen zu dürfen, die von einem Elternverein getragen wird. Der Verein wurde bereits 2004 als Elterninitiative gegründet und hatte dadurch von Anfang an Vorbildcharakter. Bianca Heid, Leiterin der Einrichtung, führte die Gruppe durch den – erst vor kurzem bezogenen – Kindergarten mit hellen und großzügigen Räumlichkeiten für die Kinder ab drei Jahren. Mit diesem Neubau verfügen die Schlosszwerge neben den zwei Krippengruppen jetzt zusätzlich über zwei altersgemischte Kindergarten-Gruppen, sodass in der Einrichtung nun insgesamt 64 Kinder zwischen zehn Monaten und sechs Jahren betreut werden können. Die Elterninitiative kann stolz sein auf die Kita und das schöne Umfeld gleich neben dem Schlosspark, was sich auch an der großen Nachfrage nach Plätzen ablesen lässt.

Als dritter Termin folgte der Besuch des Altenpflegeheims Haus Jona, von der Mission Leben in Obertshausen. Hier informierten sich die Abgeordneten des Arbeitskreises bei Geschäftsführer Gerd Brückmann eingehend über die Umsetzung des neuen Pflegeberufegesetzes, welches vorsieht, dass die bisher getrennt geregelten Pflegeausbildungen in einer generalistischen Ausbildung zum Berufsabschluss ‚Pflegefachfrau‘ bzw. ‚Pflegefachmann‘ zusammengefasst werden. Zudem fand ein reger Austausch bezüglich des neu einzuführenden Qualitätserhebungs- und prüfungsverfahrens in der vollstationären Altenpflege statt.

Den zweiten Tag der Reise läutete der Besuch bei der Kita Krebsbachstrolche in Bruchköbel ein, bei dem es vorranging um die Einführung von PiA (Praxisintegrierte Ausbildung u.a. auch PiA genannt) ging. Hier schilderten zwei Auszubildende sehr eindrucksvoll ihre positiven Erfahrungen mit dem neuen Ausbildungsmodell. Im Besonderen hoben Sie hervor, dass hier die Verbindung zwischen Praxis und Theorie im Vergleich zur Ausbildung zur staatlich anerkannten Erzieherin bzw. zum staatlich anerkannten Erzieher sehr gut funktioniert. Zudem gewinnt die Ausbildung durch die nun eingeführte finanzielle Vergütung deutlich an Attraktivität. Auch Stilla Gathof, pädagogische Fachberaterin für Kindertagesstätten in Bruchköbel, konnte vornehmlich Positives von dem neuen Ausbildungskonzept berichten. Insbesondere freute sich Abgeordnete Petra Müller-Klepper zu hören, dass die praxisintegrierte Ausbildung (PiA) bereits in zehn Parallelklassen an der Eugen-Kaiser Schule Hanau unterrichtet wird. Das dokumentiert die hohe Attraktivität dieser zukunftsträchtigen dualorientierten Ausbildung.

Die letzte Station der Reise war ein Gesprächstermin in der Schule für Gesundheits- und (Kinder-)Krankenpflege / Krankenpflegehilfe des Klinikums Hanau. Die Schule verfügt aktuell über 145 Ausbildungsplätze im Bereich der Krankenpflege und war dadurch ein idealer Gesprächspartner, um die Herausforderungen und Vorteile der neuen generalistischen Ausbildung zur Pflegefachfrau bzw. Pflegefachmann einzuschätzen. Die Schulleiterin Judith Hofmann gab hier aufschlussreiche Einblicke in die Praxis und brachte nochmal ganz neue Facetten des neuen Ausbildungsmodells zur Sprache.

Abschließend lässt sich festhalten, dass die neuen Ausbildungsmodelle im Bereich der Kranken- und Altenpflege sowie für Erzieherinnen und Erzieher sehr positiv in der Praxis aufgenommen worden sind und die Berufsbilder hierdurch deutlich an Attraktivität gewinnen. Trotzallem bleibt noch viel zu tun, um den Fachkräftemangel abzufedern.“

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